Reisetips
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Hier einige kleine (teilweise länderspezifische) Tips für eure Motorradtour in die Alpen bzw. Dolomiten

Italien:

Für Touren in Italien/Dolomiten sollte man immer einige kleine EURO-Scheine im Geldbeutel haben. 

Viele Tankstellen sind nur mit Tankautomaten ausgestattet, die Kreditkarten und Geldscheine akzeptieren. Die Anleitung für Kreditkartenbenutzung ist an den Zapfsäulen häufig nur in Italienisch abgedruckt und die Geldscheine werden nicht gewechselt. 

Wer einmal mit fast leerem Tank an so einer Tankstelle gestanden hat, wird schnell erkennen, daß man einen 50 oder 100 EURO-Schein mit einem einzelnen Motorrad nichtaufbrauchen kann. Und zum Wechseln ist oft weit und breit niemand in der Nähe. Da wird´s dann schnell ärgerlich.


Südtirol, insbesondere Bozen / Meran / Dolomiten:

Wer denkt, dass Anfang August ein günstiger Termin für eine spontane Motorradtour in die Dolomiten ist, wird vermutlich enttäuscht sein. Die ersten Augustwochen liegt die gesamte Region fest in Touristenhand. Da tummelt sich alles, was irgendwie fahren kann in dieser Gegend und man kommt teilweise nur noch im Schritttempo durch die Dörfer. Auf den Passstrecken sieht es teilweise kaum besser aus. Wer in dieser Zeit kein fest gebuchtes Zimmer hat, hat nur geringe Chancen fündig zu werden. Wir empfehlen für die Dolomiten eindeutig die Nebensaison ab Pfingsten. Da ist das Wetter zwar etwas kritischer, aber die Strassen sind bei weitem leerer.
 


Österreich:

Für Österreich ist pro Motorrad ein Verbands-Kit vorgeschrieben. Dies ist bei den meisten Motorrad-Zubehörläden, beim ADAC usw. erhältlich. Wer in Österreich in eine der beliebten Kontrollen gerät, hat gute Chancen nach diesem Verbandskasten für Biker gefragt zu werden.

Achtung: Auf vielen Motorradstrecken wird intensiv mit Radarkontrollen Geld verdient. Auf den wenigen Kilometern, auf denen die Brenner-Bundesstraße durch Österreich führt, sind 2 - 3 Polizeistreifen keine Seltenheit.

Der Kauf einer Autobahnvignette ist bei vielen Österreichtouren nicht zwingend erforderlich. Wer die Strecken kennt, findet häufig eine Alternative zur Autobahn, aber manchmal ist es echt schwierig, und die Vignette gibt einem ein beruhigendes Gefühl. 

Ich bin selbst mehrfach an recht unübersichtlichen Verkehrsführungen fast auf die Autobahn geraten, obwohl ich das bewusst vermeide. Es gibt z. B. auf der Strecke Arlberg -> Landeck einen Kreisverkehr der einen fast zum Wahnsinn treibt, weil die Beschilderung den falschen Eindruck erweckt, alle zielführenden Straßen wären vignettenpflichtig. Für Ortskundige kein Problem, für einen Touristen aber ein echtes Hindernis auf dem Weg zur sorglosen Tour.

 

Allgemeines zu Wintersperren:

Viele Biker unterschätzen die Dauer der Wintersperren auf den Pässen. Wenn es im Flachland bereits sommerlich warm ist, liegt auf dem Stilfser Joch (siehe Webcam hierzu) oft noch 1 - 2 Meter Schnee auf der Straße. Speziell Touren im Mai und Juni können davon durchaus noch betroffen sein, obwohl das Wetter schon jeden Gedanken an Schnee und Eis verdrängt hat. 

Es ist also unbedingt notwendig, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Wintersperren zu informieren. Hilfreich hierzu sind die folgenden Links.

Bericht des ÖAMTC zu den aktuellen Wintersperren:  ÖAMTC-Straßenzustand
Bericht des Schweizer TCS zu aktuellen Wintersperren: TCS - Straßenzustand
Straßenzustandsliste des Alpen-Journal Alpen-Journal Strassenzustand

 

Kolonnenfahrt:

Normalerweise wird empfohlen:

Jeder achtet auf seinen Hintermann -> wenn dieser fehlt, bleiben alle stehen und warten.

Diese Regelung ist bei kleinen Kolonnen noch praktikabel. Man stelle sich aber mal eine Kolonne mit mehr als 20 Motorrädern vor. Da fahren die ersten an der Ampel los, 10 kommen durch und warten dann kurz hinter der Ampel auf die restlichen 10 Biker. Wenn dann alle zusammen sind geht es zur nächsten Ampel. So wird das sicher kein witziger Ausflug.

Auch auf freier Strecke ist diese Methode schwierig. Man stelle sich vor, der letzte Fahrer bleibt zurück. Der 19te bleibt daraufhin stehen. Das bemerkt der 18te, wird langsamer und bleibt irgendwann ebenfalls stehen. Bis der Fahrer des vordersten Bikes irgendetwas von alledem bemerkt, ist er schon 500 Meter weiter. Aller Biker haben sich nun gleichmäßig auf einen halben Kilometer verteilt keiner weiß was los ist. Diese Situation kennen viele, die schon mal in größeren Gruppen unterwegs waren.

 

Hier eine Methode, die selbst mit extrem großen Kolonnen hervorragend funktioniert:

Jeder achtet auf seinen Hintermann -> wenn dieser fehlt, fährt die Kolonne unbeirrt weiter, bis sie von der aktuellen Strecke abbiegt.

Nur der letzte Biker (der, dessen Hintermann verschwunden ist) bleibt als Wegweiser an dieser Abbiegestelle stehen und wartet auf die Fehlenden. Alle anderen fahren einfach wie geplant weiter.

Bei der nächsten Abbiegestelle bleibt dann wieder nur der "letzte" (hat ja nun auch keinen Hintermann mehr) als Wegweiser stehen usw.

Mit dieser Methode können die Zurückbleibenden einfach ihrer momentanen Fahrtstrecke folgen bis sie auf den "Wegweiser" stoßen. Dieser weiß, wohin die Kolonne abgebogen ist und übernimmt die Führung bis zum nächsten "Wegweiser" ...

Der Vorteil hierbei -> nicht die Ganze Kolonne bleibt ständig stehen, sondern die Kolonnenspitze bleibt in Bewegung und die Nachzügler können durch das Wegweiserprizip die Kolonne schnell wiederfinden und aufschliessen. Alle haben weniger Warterei und deutlich mehr Fahrspaß. Diese Methode funktioniert auch mit Gruppen von 100 Bikes klaglos.

Probiert die vorgeschlagene Regelung mal aus. Ihr werdet sehen, alle haben mehr Spaß.

Die anderen Dinge wie:

sind wohl jedem soweit bekannt, daß man darüber kaum noch etwas schreiben muß

 

Hier gibt es zusätzliche Tips zur Fahrtechnik auf Passstrecken:


Stand der letzten Bearbeitung: 21.03.2008 23:00